Was ist ROAS und wie berechnet man den richtigen Target ROAS?

Was ROAS bedeutet, wann Google Ads profitabel ist und wie du den richtigen Target ROAS für deinen Onlineshop aus deiner Marge berechnest.

Von Mark Koemans 4 Min. Lesezeit

Illustration einer Person am Laptop, auf dessen Bildschirm die Frage steht, was ROAS ist, umgeben von Symbolen für Produktkosten, Versand, Zahlungsgebühren und Google Ads

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ROAS klingt kompliziert. Ist es aber nicht. Verkaufen wir also einen Laptop.

1. Was ist ROAS?

Du verkaufst einen Laptop für $1.000, und Google Ads kostet dich $100, um diesen Verkauf zu erzielen.

Umsatz

$1.000

Google Ads

$100

ROAS

10,0

$1.000 ÷ $100

Ein Laptop-Verkauf

Für jeden $1, den du für Google Ads ausgibst, erzielst du $10 Umsatz. Das ist ROAS: Return On Ad Spend, der $1.000 Return, den du mit $100 Ad Spend erzielst.

Aber hast du damit auch Geld verdient?

2. Ist ein ROAS von 10,0 profitabel?

Schauen wir uns die Kosten an.

PostenBetrag
Verkaufspreis$1.000
Einkaufspreis$650
Versand$20
Zahlungsgebühren$20
Google Ads$100
Bleibt übrig$210
Was von einem Laptop-Verkauf über $1.000 übrig bleibt

Von einem Verkauf über $1.000 bleiben dir also $210. Das entspricht einer CM2-Marge von 21 % CM2 steht für Contribution Margin 2, den Deckungsbeitrag 2: das Geld, das von einem Verkauf nach allen variablen Kosten übrig bleibt, also nach Einkauf, Versand, Zahlungsgebühren und Werbung. Was bleibt, deckt deine Fixkosten und deinen Gewinn. , also der Marge, die nach Einkauf und Versand der Ware sowie nach Zahlungsgebühren und Google Ads übrig bleibt.

Sehr gut. Aber jetzt kommt die wichtige Frage:

3. Wie viel CM2 brauchst du eigentlich?

Es gibt keinen magischen Prozentsatz, der für jedes Unternehmen funktioniert. Beginne deshalb mit einem Benchmark. Recherchiere typische CM2- oder Deckungsbeitragsmargen für deine Art von E-Commerce-Unternehmen. Frag deinen Treuhänder, schau dir Branchen-Benchmarks an oder frag einfach ein KI-Tool:

Zitat

„Was ist eine gesunde CM2-Marge für einen Onlineshop, der Unterhaltungselektronik verkauft?"

Als praktischen Ausgangspunkt könntest du zum Beispiel auf folgende Werte kommen:

CM2-MargeBeurteilung
Unter 10 %Riskant
10 bis 15 %Akzeptabel, aber knapp
15 bis 20 %Gesund
Über 20 %Sehr gesund
Ein typischer Benchmark für CM2-Margen im E-Commerce

Vergleiche das anschliessend mit deinen eigenen Zahlen, deinen Fixkosten und dem Gewinn, den dein Unternehmen erzielen soll. Für unseren fiktiven Elektronik-Onlineshop nehmen wir ein Minimum-CM2 von 18 %.

4. Was sind Kunden bereit zu bezahlen?

Auch der Markt spielt eine Rolle. Schau dir vergleichbare Laptops an.

Zu teuer

$1.200

Zu billig

$800

Der Sweet Spot

$1.000

Vergleichbare Laptops am Markt

Der realistische Verkaufspreis liegt also bei $1.000. Jetzt kennen wir drei entscheidende Zahlen:

Einkaufspreis

$650

Realistischer Verkaufspreis

$1.000

Minimum CM2

18 %

Jetzt können wir berechnen, wie viel Google ausgeben darf.

5. Berechne, wie viel mindestens übrig bleiben muss

18 % von $1.000 sind $1.000 × 18 % = $180. Nachdem wir den Laptop eingekauft und verschickt sowie die Zahlungsgebühren und Google Ads bezahlt haben, wollen wir mindestens $180 übrig behalten.

Jetzt rechnen wir rückwärts:

PostenBetrag
Verkaufspreis$1.000
Einkaufspreis$650
Versand$20
Zahlungsgebühren$20
Minimum CM2, das wir behalten wollen$180
Bleibt für Google Ads$130
Rückwärts gerechnet zu den Werbekosten für einen Verkauf

So viel dürfen uns die Google Ads kosten, um diesen Verkauf zu erzielen.

6. Jetzt berechnen wir unseren Target ROAS

Umsatz, den Google erzielen soll

$1.000

Google darf ausgeben

$130

Target ROAS

7,7

$1.000 ÷ $130 = 7,69, also 770 %

Der Target ROAS ergibt sich aus den Zahlen

Das war's. Wir haben die 7,7 nicht geraten, und Google hat sie uns nicht vorgegeben. Wir haben sie aus der Wirtschaftlichkeit des Verkaufs berechnet.

Ursprünglich hat Google den Verkauf für $100 generiert, unser ROAS lag also bei 10,0. Fantastisch.

Aber wir wissen jetzt, dass Google bis zu $130 ausgeben darf und wir trotzdem unsere gewünschte CM2-Marge von 18 % erreichen. Wir brauchen also nicht zwingend einen Target ROAS von 10,0. Unsere Zahlen zeigen uns: 7,7 reicht.

Das Rezept in fünf Schritten

  1. Kenne deine Kosten. Einkaufspreis, Versand und Zahlungsgebühren pro Verkauf.
  2. Finde den realistischen Verkaufspreis. Was vergleichbare Produkte tatsächlich kosten.
  3. Lege dein Minimum-CM2 fest. Die Marge, die nach den Ads im Unternehmen bleiben muss.
  4. Rechne rückwärts zu den Werbekosten. Verkaufspreis minus Kosten minus Minimum-CM2.
  5. Teile. Umsatz geteilt durch diese Werbekosten ist dein Target ROAS.

7. Probier es mit deinen eigenen Zahlen

Der Laptop war unser Beispiel. Dein Shop hat eigene Preise, Kosten und Margenziele, deshalb startet der Rechner unten mit den Laptop-Zahlen und zeigt dieselben 7,7, die wir eben berechnet haben. Ändere ein Feld nach dem anderen, schieb einen Regler und schau, was mit dem Target passiert.

Rechner

Deine Zahlen, dein Target ROAS

Die Felder starten mit dem Laptop aus diesem Artikel. Ändere eine Zahl und schau zu, wie sich der Target ROAS mitbewegt.

So sieht ein Verkauf aus

Der Betrag, den die Kundin im Checkout für dieses Produkt bezahlt, Rabatte eingerechnet. Google misst seinen ROAS genau an diesem Betrag, deshalb wird der Target daraus berechnet. $

Was die Kundin bezahlt

Was dich das Produkt selbst kostet, bevor du es verkaufst: die Lieferantenrechnung oder deine Herstellkosten. Fixkosten wie Miete, Löhne und Software gehören nicht hierhin, die bezahlst du aus dem CM2, das übrig bleibt. $

Was dich die Ware kostet

Alles, was dich der Versand einer Bestellung kostet: Porto, Verpackung und das Handling im Lager. Trag den Teil ein, den du selbst trägst, nicht den Versand, den die Kundin zusätzlich bezahlt. $

Was es kostet, das Paket zur Kundin zu bringen

Was deine Zahlungsanbieter von einer Bestellung einbehalten: Kreditkarte, PayPal, Twint oder ein Rechnungsdienst, plus allfällige Fixgebühren pro Transaktion. Trag den Betrag ein, der bei einer durchschnittlichen Bestellung dort bleibt. $

Karte, PayPal, Rechnung, pro Bestellung

CM2 steht für Contribution Margin 2, den Deckungsbeitrag 2: das Geld, das von einem Verkauf nach allen variablen Kosten übrig bleibt, also nach Einkauf, Versand, Zahlungsgebühren und Werbung. Was bleibt, deckt deine Fixkosten und deinen Gewinn. %

Die Marge, die nach den Ads bleiben muss

Hebel, die viele Shops vergessen

Dein Target ROAS

7,7

Das sind 770 %, die Zahl, die du Google Ads gibst.

Google darf pro Verkauf ausgeben
$130
CM2, das dir pro Verkauf bleibt
$180
Break-even-ROAS
3,2

Darunter verlierst du bei jedem Verkauf Geld

Der Realitätscheck

Der ROAS, den deine Kampagnen heute melden. Vergleich ihn mit deinem Target ROAS oben: Die Zahlen darunter zeigen, was dir ein Verkauf auf diesem Niveau tatsächlich lässt.

Schieb ihn und schau, was pro Verkauf übrig bleibt

Werbekosten pro Verkauf
$100
Bleibt pro Verkauf
$210
CM2-Marge
21 %

Über deinem Minimum-CM2. In dieser Zone willst du Volumen einkaufen.

Wohin ein Verkauf bei diesem ROAS fliesst
  • Ware $650
  • Versand und Retouren $20
  • Zahlungsgebühren $20
  • Google Ads $100
  • Bleibt dir $210

Google zählt den vollen Bestellwert beim Checkout. Retouren und Folgebestellungen tauchen im ROAS von Google nie auf. Darum wird der Target gegen den vollen Verkaufspreis gerechnet, deine Marge aber gegen das Geld, das wirklich bleibt.

Zwei Hebel sind zu Beginn ausgeschaltet, weil sie dir nur helfen, wenn du sie mit echten Zahlen aus deinem Shop belegen kannst. Retouren treiben deinen Target ROAS nach oben, weil ein Teil des Umsatzes, den Google meldet, gar nie bei dir bleibt. Folgebestellungen ziehen ihn nach unten, weil die zweite Bestellung ohne Werbekosten kommt. Wer hier rät, bekommt einen geratenen Target, nimm die Werte also aus deinen Shop-Auswertungen.

8. Aber was ist, wenn du Tausende Produkte verkaufst?

Das war nur ein Laptop. Aber was ist, wenn dein Onlineshop Tausende Produkte mit unterschiedlichen Einkaufs- und Verkaufspreisen, Versandkosten, Zahlungsgebühren und Margen verkauft? Dann wird es komplizierter.

Und seit August 2026 nimmt Google den Target ROAS, den du vorgibst, ernster als zuvor. Lies, was Googles Hinweis „Review your campaign targets" wirklich bedeutet für budgetbeschränkte Kampagnen.

Brauchst du Hilfe bei deinem Target ROAS?

Bei Wolf+Bär helfen wir E-Commerce-Unternehmen dabei, den Target ROAS zu berechnen, den sie tatsächlich brauchen, um profitabel zu wachsen. Egal, ob du eine Handvoll Produkte oder Tausende verkaufst, wir helfen dir, die richtige Zahl für dein Unternehmen zu finden. Wir beantworten eine einfache Frage: Ist der Target ROAS, den du Google vorgibst, tatsächlich der richtige für dein Unternehmen?